Schulforscher begleiten Versuchszeitraum

Erste Zwischenergebnisse liegen vor
Michael GraveMichael Grave ist Koordinator für den Schulversuch G9 am Petrinum. RN-FOTO ENGEL

DORSTEN. Ziel der Landesregierung im Schulversuch G9 ist es herauszufinden, ob es Unterschiede beim Lern- und Schulerfolg von Schülern und Schülerinnen in einem neunjährigen Bildungsgang im Vergleich zu einem achtjährigen Bildungsgang gibt.
„Der Schulversuch an unserer Schule wird von einem Team der Schulpädagogik und Schulforschung Ruhr-Universität Bochum begleitet“, sagt der für G9 am Gymnasium Petrinum zuständige Koordinator Michael Grave. Erste Ergebnisse aus der Datenerhebungsphase 2011 bis 2013 deuten darauf hin, dass G9 im Vergleich zu G8 mehr Vorteile als Nachteile zu bieten hat. „Alle Beteiligten am Schulversuch sind hochzufrieden mit dem Verlauf der Erprobungsstufe“, stellte das Forschungsteam zwischenzeitlich fest.
Zwölf Gymnasien in Nordrhein-Westfalen haben die Möglichkeit genutzt, an dem Schulversuch zur Verlängerung der gymnasialen Schulzeit teilzunehmen, so das Institut der Ruhr-Universität Bochum. Der Versuchszeitraum ist auf zehn Jahre begrenzt und läuft 2029 aus. Die Schulforscher haben bis 2017 Zeit, den G9-Schulversuch zu untersuchen.
 > Darstellung der Profilbildung der Einzelschule im kommunalen Raum der Modellschulregion
 > Abbildung von Schulentwicklungsprozessen an den Modellschulen
 > Analyse der Unterrichtsqualität und -entwicklung vor dem Hintergrund der zusätzlich zur Verfügung stehenden Zeit
 > Erfassung der außerschulischen Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler an den Modellschulen.
Der Dorstener Koordinator des Schulversuchs, Michael Grave, zählt die wesentlichen Veränderungen im Schulversuch G9 auf:
Die Schüler haben 188 Unterrichtswochenstunden in sechs Schuljahren und kommen damit auf 31,3 Stunden pro Woche statt 163 Unterrichtsstunden in fünf Schuljahren mit einer durchschnittlichen Wochenstundenzahl von 32,6 Stunden zu haben. Damit haben die Kinder in G9 deutlich weniger Nachmittagsunterricht (nur in der Jahrgangsstufe 10) und mehr individuelle Förder- und Forderangebote.
Nach erfolgreichem Abschluss der Klasse 10 können sie nicht nur in die Oberstufe wechseln, sondern können im Gegensatz zu G8 den mittleren Schulabschluss nachweisen. eng