Barock traf Moderne im Jubiläumsjahr

IMG 0493Kurz vor den Osterferien hatte die Petrinum-Gemeinde in diesem Jubiläumsjahr noch das Vergnügen eines besonderen Augen-und Ohrenschmauses. Das sogenannte Mu-Ku-Projekt, d.h. das Projekt der Kunst- und Musik-Kurse der neunten Klassen, stand diesmal unter dem Motto „Barock trifft Moderne“.
Seit 2016 haben sich die Fachlehrer der Kunst und der Musik an eine gemeinsame Projektarbeit in der Jahrgangsstufe 9 gewagt. Dabei handelt es sich um eine Zusammenarbeit der beiden Fächer. Die Schülerinnen und Schüler gestalten zu einem vorgegebenen Thema eine max.10-minütige Projektarbeit, die dann in eine Aufführung mündet.
Für die Musik- und Kunstlehrer bedeutet das ca. zwei Monate begleitendes Arbeiten. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten innerhalb der Klassen eigenständig in selbst gewählten Gruppen.
Die Klassen 9d und 9e haben sich unter der Leitung von Frau Stolzenburg gemeinsam mit Herrn Richard (9d) und Herrn Goralski (9e) im Vorfeld der Projektphase mit der Barockmalerei und barocken Musikkompositionen beschäftigt. Sie erarbeiteten in Kleingruppen das Leben und Werk bedeutender Barockmaler (z.B. Rembrandt, Rubens, Vermeer etc.) und -komponisten. Die SchülerInnen beschäftigten sich auch mit dem Barockstillleben und gestalteten dazu moderne Stillleben-Collagen.

Diese Inspirationen aus der Kunst- und Musikgeschichte gingen auch in einige Gruppenergebnisse ein. Eine Gruppe präsentierte ein Schauspiel, in dem ein Moderator einen Barockkünstler und einen jungen Künstler der Gegenwart über die Frage: „Was ist Kunst?“ diskutieren ließ. Eine andere Gruppe stellte zu Johann Sebastian Bachs "Brandenburgischem Konzert Nr. 3" das Gemälde „Las Meninas“ von Velázques live auf der Bühne nach.
Das Thema „Barockstillleben" interessierte einige Mädchen so sehr, dass sie ein Barockstillleben in einem Film für die Zuschauer aufbauten. Eine weitere Gruppe präsentierte den Zuschauern in einem Videoclip Kostüme der gesamten 375 Jahre umfassenden Zeitspanne, jeweils unterlegt mit Musik aus der entsprechenden Epoche, von Antonio Vivaldi bis zu Mungo Jerries "Summertime".

Die Klasse 9a ging unter Leitung von Frau Timmermann und Herrn Goralski und auf eine Zeitreise durch die Jahrhunderte, vom Barock über Romantik, Charleston, die Siebziger bis zur Moderne, indem die SchülerInnen jeweils passende Musikstücke mit Bildern und Video-Material unterlegten, vom Tanz in barocken Kostümen über Fotografie im Sinn der Romantik, Neuverfilmung des Videos zu Rockey bis hin zu einem aktuellen Video zum Thema Mädchentag, das von einem aktuellen Hit untermalt wurde. Die Klasse 9b (ebenfalls unter dem Team Goralski – Timmermann) trat als Klassenverband auf. Im Kunstunterricht wurde barocke Kleidung aus Zeitungspapier entworfen, die sich die Jugendlichen während der Aufführung beim Wechsel vom Barock zur Moderne effektvoll von den Körpern rissen. Zu Arcangelo Corellis Sarabande e-Moll tanzten die Schülerinnen und Schüler einen Schreittanz und dann ging es über zum Stück Tsunami des Elektronik-Duos DVBBS.

Die Gruppen der 9d gestalteten unter der Ägide von Herrn Richard und Frau Stolzenburg ebenfalls Tänze, musikalische Zeitreisen, Szenen in Schauspiel und Film, Rap-Einlagen u.v.m. Dabei war jede einzelne Präsentation eine abgeschlossene Umsetzung des Themas für die Bühnenpräsentation.
In Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler wurde dieses Arbeiten als sehr motivierend und auch anspruchsvoll gesehen. Sie betonten, dass es alle Gefühlslagen gab, von Verzweiflung bis zu glücklicher Begeisterung. Einige bemerkten, dass es positiv für sie gewesen sei, den Druck zu verspüren, ein möglichst gutes Resultat hervorzubringen. Gleichzeitig hatte ja jede Gruppe alle Freiheit, wie sie die Präsentation inhaltlich gestalten würde, und so konnte man seine individuellen Begabungen auch nutzen. Das Ringen und Durchhalten in einem interessanten, langwierigen Prozess sahen die Schülerinnen und Schüler als etwas an, das in einem regulären Unterrichtsverlauf kaum so intensiv wahrgenommen werde.
Das Publikum, das nicht nur aus Eltern, Freunden und interessierten Lehrern des Petrinum bestand, zeigte sich jedenfalls restlos begeistert. Auf jeden Fall sollte dieses Event für die kommenden Jahre institutionalisiert werden!