Kunst kann alles

Die Dorstener Zeitung berichtete am 06.04.2017
Pic p1321933„Moderne trifft Barock“ war das Motto am Mittwochnachmittag im Petrinum
DORSTEN. Ein proppevoller Saal, Getuschel und spürbare Konzentration: Die Neuntklässler des Gymnasiums Petrinum präsentierten am Mittwochnachmittag ihre Interpretation des Mottos „Barock trifft Moderne“. Anlass war das 375. Jubiläumsjahr der Schule.

„Die Schülerinnen und Schüler durften sich aussuchen, in welcher Gruppe sie sich einbringen wollten“, erklärte Musiklehrer Anton Richard, der die Aufführung mit organisierte.
Sie durften sich aussuchen, ob sie schauspielern, tanzen oder sich um Licht und Ton kümmern möchten. „Insgesamt haben wir zweimal in der Woche geprobt. Am Ende kamen natürlich noch die Haupt- und Generalprobe hinzu“, so Richard weiter.
14 Szenen
Es kamen 14 verschiedene Szenen auf die Bühne. Die Zuschauer sahen, dass die Jugendlichen ihre eigenen Ideen einbauen durften. So eröffneten fünf Jungs – natürlich mit Hoodie, Cap und entsprechender Hip-Hopper-Attitüde – die Show mit einem eigenen Rap. Ein DJ begnügte sich währenddessen an einem selbst gebauten Mixtable.


Etwas Göttliches Pic p1321932
Die Schüler beschäftigten sich damit, was Kunst eigentlich ist und ließen zwei, die es wissen müssen, sprechen. Ein junger Künstler aus der heutigen Zeit, der zunächst zum Petrinum ging und jetzt Kunst an der Uni in Hamburg studiert, und ein Künstler aus einem vergangenen Jahrhundert mit weißer Perücke. „Kunst kann alles sein. Jeder hat künstlerische Fähigkeiten“, meinte der junge Künstler. „Unfug“, schrie der Alte, der sagte, jede Kunst habe etwas Göttliches.
Nicht nur auf der Bühne tobten sich die Neuntklässler aus. Auch auf der Leinwand waren sie zu sehen, die auf der rechten Seite der Bühne stand. Sechs Schülerinnen stellten in einem Video die Mode aus dem 16. Jahrhundert vor und verglichen sie mit Stilen aus dem 20. Jahrhundert.
Die musikalischen Jugendlichen zeigten in kleinen Szenen, wie gut sie Xylofon, Geige und Gitarre spielen können.
EPaperImage„Was ist eigentlich Kunst?“, fragte sich eine Mädchengruppe, die am Bühnenrand saß. Sie entschieden: Auch das Einradfahren ist Kunst! Prompt sprang eines der Mädchen mit dem Einrad auf der Stelle, drehte das Rad unter ihren Füßen und wechselte die Pedale. Das Publikum war begeistert und einige „Wows“ waren zu hören.
Begeistertes Publikum
„Mir gefällt die Aufführung richtig gut. Sie ist sehr abwechslungsreich und dabei hatten die Schüler gar nicht so viel Zeit“, sagte Ulli Regen, Vater eines Mädchens, das auch auftrat.
Hinter der Bühne ging es während der Show heiß her. Davon bemerkte das Publikum aber gar nichts. Die Tanzgruppe um Louisa, Sonja und Thalina war vor ihrem Auftritt sehr aufgeregt. „Aber nicht wegen der Tänze. Die beherrschen wir. Am schlimmsten wäre es, wenn die Technik versagt“, war sich die Truppe einig.
Frederike Schneider
125 Neuntklässler machten mit
Rund 125 Neuntklässler traten am Mittwochnachmittag in der Aula auf. Das waren die Klassen 9a bis 9e.
Insgesamt übten sie zwei Stunden wöchentlich. Und das seit gut zwei Monaten für diese einmalige Aufführung.
Im Musik- und Kunstunterricht probten sie die verschiedenen Szenen ein.
Die Kunstlehrerinnen Natalie Timmermann und Katrin Stolzenberg sowie die Musiklehrer Anton Richard, Stefan Goralski halfen den Jugendlichen dabei und hatten im Vorfeld mit ihnen über die Moderne und den Barock gesprochen.