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Tabellarischer
Lebenslauf |
Ihre Kindheit
Marga
Spiegel wurde am 21. Juni 1912 in
Hersfeld geboren. Sie lebte mit ihrer Familie und 40 anderen
jüdischen Familien in dem hessischen Dorf Oberaula.
Am 9. April 1918 kam Marga Spiegel in Oberaula in die Schule. Von
1920-1922 besuchte sie die Privatschule von Adele Dippel. Ihr
Abitur erlangte sie 1933 auf einem Gymnasium in Frankfurt. Das Studium
musste sie nach dem 1. Semester abbrechen, wegen ihrer
jüdischen
Abstammung wurde sie von der Universität verwiesen.
Später
heiratete sie Siegmund Spiegel und zog gemeinsam mit ihm nach Ahlen.
Ein Jahr später kam ihre Tochter Karin zur Welt.
Der Krieg beginnt
Zu
diesem Zeitpunkt, Anfang 1938, kam es
bereits zu häufigen Diskriminierungen gegenüber
den
Juden, unter anderem auch gegen Marga und ihre Familie. Diese
antisemitische Hetze löste bei Marga Spiegels Mutter Cilly
soviel
Ärger und Aufregung aus, dass sie daran verstarb.
Daraufhin entschloss sich Margas Vater zu seiner Tochter nach
Ahlen zu ziehen. Kurz darauf wurde er jedoch in das KZ Sachsenhausen
deportiert, wo er bald starb. Die offizielle Todeserklärung
lautete: "innere Blutungen". Der Sarg wurde später
zu Marga
nach Ahlen überführt, doch für die Kosten
musste sie
selber aufkommen. Die Ruhestätte von Sigmund
Rothschild
befindet sich noch heute auf dem jüdischen Friedhof.
1940 erfolgte die Vertreibung der Familie Spiegel aus Ahlen.
Sie
floh nach Dortmund in ein so genanntes Judenhaus. Dort lebten die
Spiegels mit sechs anderen Familien auf einer Etage. Wegen Platzmangel
musste die Familie nach einiger Zeit in eine Baracke umziehen, die
schon mehrere Jahre leer stand. 1943 wurde Siegmund Spiegel aufgerufen,
sich zur Kontrolle der Arbeitspapiere zu melden. Da sie seine
Deportation befürchteten, blieb der Familie nichts anderes
übrig, als die Stadt zu verlassen.
Zeit zum Flüchten
Sie
flohen zu einem Bauern im
Münsterland. Oft musste die Familie ihre Unterkunft aus
Sicherheitsgründen wechseln. Sie pendelten daher
wieder und
wieder zwischen fünf verschiedenen Familien hin und her. Aber
auf
die Bauernfamilien war immer Verlass. Jedes mal wenn die Familie
Spiegel auf Hilfe angewiesen war, bekam sie sie auch.
Im Oktober 1944 konnte sich Marga Spiegel im zerbombten
Münster
neue "arische" Papiere verschaffen. Si hieß nun Marga Krone.
Da
sie niemandem vorher von ihrem Vorhaben erzählt hatte, war ihr
Mann sehr böse, als er später davon erfuhr und warf
Marga
vor, sich und ihre Religion verraten zu haben. Doch später
begriff
er, dass sie dies nur aus Schutz für ihre Tochter getan hatte.
Denn Mutter und Tochter konnten mit den neuen Papieren ohne allzu
große Furcht vor einer Entdeckung bis zum Kriegsende bei den
Bauernfamilien leben.
Ein Leben danach beginnt
Als
der Krieg im Mai 1945 zu Ende ging,
konnte die Familie Spiegel wieder frei leben. Sie wohnten noch ca. ein
halbes Jahr bei einer der Bauernfamilien und zogen dann wieder
zurück nach Ahlen. Die Tochter Karin hat später einen
amerikanischen Soldaten geheiratet und lebt heute in den USA.
Marga lebte bis zum Tod ihres Mannes in Ahlen, in der Stadt in der sie
während des Nationalsozialismus oft gedemütigt und
mit
Steinen beworfen worden war. Erst 1992 zog sie nach Münster,
wo
sie heute noch lebt.
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Hier
hören Sie eine kurze
Einführung. (0.29 min./mp3)


Marga Spiegel
Quelle: Uni.Hamburg

Marga Spiegel heute
Quelle:literaturline
münster
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